Anleitung
Trade Republic CSV Export: die Anleitung 2026
Der native Export existiert seit April 2026 — so funktioniert er, Schritt für Schritt.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026 · Von The Acutic Research Team
Sechs Jahre lang lautete die Standard-Antwort auf die Frage „Wie bekomme ich meine Daten aus Trade Republic heraus?“: gar nicht — man kratzt PDFs zusammen, installiert eine Browser-Erweiterung oder tippt alles von Hand in eine Tabelle. Diese Antwort ist inzwischen falsch. Seit Mitte April 2026 hat Trade Republic einen nativen CSV-Export direkt in der App. Viele der bestplatzierten Anleitungen zu diesem Thema sind vor diesem Release entstanden und beschreiben noch die Umwege. Dieser Beitrag beschreibt die Funktion, die es tatsächlich gibt — Stand Juli 2026.
Was sich im April 2026 geändert hat
Mit dem App-Release von Mitte April 2026 (Version 4.2616.2 und neuer) hat Trade Republic einen Transaktionsexport im Bereich Kontoauszüge des Profil-Menüs ergänzt. Er erzeugt eine einzige CSV-Datei über Wertpapierkonto und Verrechnungskonto zusammen: Orders, Sparplanausführungen, Dividenden, Zinsen, Kartenumsätze, Gebühren, Ein- und Auszahlungen — inklusive Krypto-Transaktionen. Den Zeitraum bestimmst du selbst, von einem Monat bis zur kompletten Historie seit Kontoeröffnung. Über das Release berichteten deutsche Finanz-Blogs, zum Beispiel Aktiengram am 15. April 2026.
Warum steht das so prominent am Anfang? Weil die Suchergebnisse sich weiterhin widersprechen. Mehrere vielgelesene Anleitungen — zuletzt Anfang April 2026 oder früher aktualisiert — behaupten, Trade Republic biete gar keine Export-Funktion, und leiten zu Browser-Erweiterungen oder Drittanbieter-Registrierungen weiter. Wenn eine Anleitung dir eine Erweiterung installieren lässt, bevor sie den Menüpfad der App zeigt, stammt sie aus der Zeit vor dem Feature. Für eine normale Transaktionshistorie braucht es das alles nicht mehr.
Diese Entwicklung kommt nicht aus dem Nichts. Nach Artikel 20 DSGVO haben Kundinnen und Kunden in der EU das Recht, die Daten, die sie einem Dienst bereitgestellt haben, in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten — ein Transaktionsexport ist genau die Form, die dieses Recht in der Bankpraxis annimmt. Der native Export ersetzt den Umweg über den Support durch Selbstbedienung.
Schritt für Schritt: der native CSV-Export
Der Pfad ist auf iOS und Android identisch:
- Trade-Republic-App öffnen und oben rechts auf das Profil-Symbol tippen.
- „Kontoauszüge“ antippen.
- „Transaktionsexport“ antippen, dann „Teilen“ wählen.
- Zeitraum festlegen — Start- und Enddatum oder der maximale Zeitraum für die komplette Historie — und auf „Erstellen“ tippen. Die App erzeugt die CSV-Datei, die du herunterladen oder über das Teilen-Menü weitergeben kannst — per E-Mail, in einen Cloud-Ordner oder direkt in eine andere App.
Nennenswerte Wartezeit gibt es nicht: Auch mehrjährige Historien sind in Sekunden erzeugt. Der Export ist Stand Juli 2026 App-exklusiv — die Web-Oberfläche unter app.traderepublic.com zeigt die Historie an, bietet den CSV-Download selbst aber nicht.
Was in der CSV-Datei steht
Die Datei ist eine schlichte UTF-8-CSV mit einer Zeile pro Buchung. Zeitstempel kommen im ISO-8601-Format (UTC). Jede Zeile trägt einen Buchungstyp samt Subtyp — Wertpapierorder, Sparplanausführung, Dividende, Zinsen, Kartenumsatz, Gebühr — dazu das Instrument, Stückzahl und Ausführungskurs, den gebuchten EUR-Betrag und bei Fremdwährungsbuchungen Originalbetrag, Währung und Wechselkurs. Order-Zeilen nennen die Orderart als Substantiv: „Kauf“ oder „Verkauf“ — also Zugang oder Abgang der Position.
Was in der Exportdatei steht
| Feldgruppe | Bedeutung |
|---|---|
| Zeitstempel | Buchungszeitpunkt im ISO-8601-Format (UTC) — beim Einlesen auf die Zeitzone achten. |
| Buchungstyp & Subtyp | Wertpapierorder, Sparplanausführung, Dividende, Zinsen, Kartenumsatz, Gebühr — die Zeile sagt, was passiert ist. |
| Instrument | Name und Kennung des Wertpapiers; bei reinen Cash-Buchungen leer. |
| Stückzahl & Kurs | Anzahl der Anteile und Ausführungskurs je Anteil. |
| Betrag in EUR | Der tatsächlich gebuchte Euro-Betrag der Zeile. |
| Fremdwährung & Wechselkurs | Originalbetrag, Währung und Umrechnungskurs bei Nicht-EUR-Buchungen. |
| Referenz / Buchungs-ID | Eindeutige Kennung — nützlich, um Duplikate beim Import zu erkennen. |
Wer vor dem Import einen Blick in die Datei werfen will, öffnet sie am besten mit einem Texteditor oder über den Import-Assistenten einer Tabellenkalkulation — nicht per Doppelklick. Die Datei ist UTF-8-kodiert; Programme, die eine Windows-Kodierung oder deutsche Zahlenformate annehmen, können Umlaute, Datumsangaben und Dezimalpunkte beim direkten Öffnen verfälschen. Der Assistent lässt dich Kodierung und Trennzeichen explizit festlegen — und die Datei selbst bleibt unangetastet.
Bekannte Eigenheiten
Der Export ist nützlich, aber jung — und die ersten Anwender, allen voran die Portfolio-Performance-Community, die binnen Wochen ein Import-How-to gebaut hat, haben seine Kanten vermessen. Fünf davon lohnt es zu kennen, bevor du dich auf die Datei verlässt:
- Dividenden-Korrekturzeilen. Korrigierte Dividendenbuchungen erscheinen als separate Zeilen (eine Dividendenzeile plus eine Korrekturzeile). Ein Tool, das beide ohne Verrechnung importiert, zählt die Zahlung doppelt. Prüfe deine Dividendensummen nach dem Import stichprobenartig.
- FX-Angaben können lückenhaft sein. Bei Wertpapieren in Fremdwährung berichten Nutzer von Zeilen, in denen der EUR-Betrag vorhanden, das Wechselkurs-Detail aber unvollständig ist — manche Import-Tools brauchen den Kurs dann manuell.
- Gebührenzeilen sind uneinheitlich. Karten- und Abhebungsgebühren landen teils als Null-Beträge im Import oder werden von Tools übersprungen. Wenn es auf Präzision ankommt: Gebühren gegen die PDF-Auszüge abgleichen.
- Sparplanausführungen kommen Zeile für Zeile. Jede Ausführung ist eine eigene Buchung. Drei Jahre ETF-Sparplan bedeuten Dutzende Zeilen für eine Position — korrekt, aber viel.
- Die Datei nicht in Excel bearbeiten und überspeichern. Excel schreibt beim Speichern gern Encoding, Datumsformate und Dezimaltrennzeichen um. Wer hineinschauen will: mit einer Kopie arbeiten und das Original für Importe aufheben.
Drei Kontrollen nach dem ersten Import
Ein Import ist erst dann belastbar, wenn er gegen eine zweite Quelle geprüft wurde. Drei Kontrollen, die zusammen etwa zehn Minuten brauchen:
- Vollständigkeit. Stimmen erste und letzte Buchung der Datei mit dem gewählten Zeitraum überein? Reicht der Export bis zur Kontoeröffnung zurück, wenn du die maximale Historie gewählt hast? Ein abgeschnittener Zeitraum fällt genau hier sofort auf.
- Dividendensummen. Vergleiche die importierte Dividendensumme eines abgeschlossenen Jahres mit den PDF-Auszügen oder dem Steuerreport desselben Jahres. Weicht sie ab, sind fast immer die Korrekturzeilen aus dem Abschnitt oben der Grund.
- Bestände. Rechne die Stückzahl je Position aus den importierten Zeilen nach und vergleiche sie mit der aktuellen Anzeige in der App. Differenzen deuten auf Kapitalmaßnahmen oder übersprungene Zeilen hin — beides lässt sich gezielt beheben, sobald klar ist, welche Position betroffen ist.
Der PDF-Weg existiert weiter
Der ältere Weg ist nicht verschwunden — und für manche Zwecke bleibt er der richtige. Im selben Bereich Kontoauszüge liefert die App monatliche Kontoauszüge als PDF, Wertpapierabrechnungen je Order und den jährlichen Steuerreport. Diese Dokumente sind die rechtlich maßgebliche Aufzeichnung deines Kontos. Die CSV ist die maschinenlesbare Komfortschicht darüber; die PDFs sind das, was du archivierst und was eine Steuerkanzlei sehen will. Brauchst du Daten außerhalb des gewählten CSV-Zeitraums oder ein Format, das Dritte als Nachweis akzeptieren, sind die PDFs die Antwort.
Was du mit der Datei machst
Eine Transaktions-CSV für sich ist eine Liste von Zeilen. Ihr Wert entsteht, wenn ein Portfolio-Tool sie einliest: Dann wird daraus dein Einstandskurs je Position, deine Dividendenhistorie, deine Gebührensumme, deine tatsächliche zeitgewichtete Rendite. Die etablierten Tracker — Portfolio Performance, Parqet und andere — haben das neue Format binnen Wochen nach dem Release unterstützt, meist als eigenes Import-Profil, das du beim Hochladen der Datei auswählst.
Das Grundrezept ist überall gleich: einmal den maximalen Zeitraum exportieren, in das Tool deiner Wahl importieren, die drei üblichen Fehlerquellen (Dividenden-Korrekturen, FX-Zeilen, Gebühren) gegen einen PDF-Auszug prüfen — und danach nur noch die Monate seit dem letzten Import exportieren. Acutics CSV-Portfolio-Import arbeitet mit einer einfachen Bestands-Vorlage — Symbol, Stückzahl, Einstandskurs — und der Transaktionsexport enthält jede Zahl, die du zum Ausfüllen brauchst. Mehr zur Analyse, die auf einem importierten Depot läuft, steht auf der Feature-Seite.
FAQ
Transaktionsexport oder Steuerreport — was brauche ich? Die beiden beantworten verschiedene Fragen. Der CSV-Transaktionsexport ist die vollständige, maschinenlesbare Buchungshistorie — gemacht für Tabellen und Portfolio-Tools. Der Steuerreport ist die jährliche PDF-Zusammenfassung der steuerlichen Werte, die deutsche Broker ausweisen — gemacht für die Steuererklärung. Für Tracking und Analyse: die CSV. Für die Steuererklärung: der Report.
Dieser Beitrag ist allgemeine Information, keine Steuerberatung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich an eine:n Steuerberater:in.
Geht der Export auch im Browser? Stand Juli 2026: nein — der Export lebt in der Mobil-App. Über das Teilen-Menü ist die Datei trotzdem in einem Schritt auf dem Rechner (an dich selbst mailen oder in einen Cloud-Ordner legen).
Sind die Spaltenköpfe deutsch oder englisch? Die Feldbezeichnungen haben sich zwischen App-Versionen unterschieden; Import-Tools kommen mit beidem zurecht. Die Feldgruppen aus der Tabelle oben sind stabil, die exakten Labels können sich ändern.
Wie weit reicht der Export zurück? Bis zum Anfang deines Kontos. Mit dem maximalen Zeitraum deckt die Datei jede Buchung seit Eröffnung ab.
In welchem Rhythmus exportiert man nach? Der Export synchronisiert sich nicht selbst; er ist ein Schnappschuss. Verbreitet ist ein monatlicher oder vierteljährlicher Export nur des Zeitraums seit dem letzten — plus ein archivierter Komplett-Export. Wer die Originaldateien unverändert aufhebt, kann jederzeit von vorn importieren.
Wie groß wird die Datei? Klein. Es ist reiner Text; auch einige tausend Zeilen aus Jahren von Sparplanausführungen bleiben eine Datei, die jedes Programm sofort öffnet.
Ich finde den Menüpunkt nicht — woran liegt das? Zuerst die App-Version prüfen. Der Transaktionsexport kam mit dem Release von Mitte April 2026 (4.2616.2); in einer älteren Version fehlt der Eintrag unter „Kontoauszüge“ schlicht noch und erscheint nach einem Update. Er liegt außerdem nur in diesem Bereich — einen zweiten Weg dorthin gibt es in der App nicht.
Weiterführend: der Tool-Stack 2026 für Selbstentscheider — wo ein Broker-Export in den Werkzeugkasten gehört — und Portfolio-Regeln, die man tatsächlich einhält — was ein Regelwerk mit importierten Daten anfängt. Kostenloses Konto erstellen.
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