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Scalable Capital: Depot als CSV exportieren

Der native Transaktionsexport, alle Spalten erklärt, die Grenzfälle — und was der Baader-Umzug für die Historie bedeutet.

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026 · Von The Acutic Research Team

Scalable Capital exportiert Transaktionen seit Ende 2024 nativ als CSV — und ist damit dem Ruf der Neobroker, Daten nur widerwillig herauszugeben, ein Stück voraus. Trotzdem ist die Lage erklärungsbedürftig: Der Export lebt im Web-Kundenbereich, nicht in der App. Er wurde als Feature der Bezahl-Stufen eingeführt. Er liefert englische Spaltennamen mit Semikolon als Trennzeichen. Und seit dem Plattform-Umzug von der Baader Bank im Dezember 2025 hat die Frage „Wie komme ich an meine Historie?“ zwei Antworten — eine für die Zeit danach, eine für die Zeit davor. Dieser Beitrag sortiert das, Stand Juli 2026.

Was Scalable nativ exportiert — und was nicht

Nativ gibt es genau einen strukturierten Export: die Transaktions-CSV. Scalable hat sie am 12. Dezember 2024 als Funktion für PRIME- und PRIME+-Depots angekündigt — „alle Transaktionen im Broker exportieren, mit nur 2 Klicks“ (Produkt-News vom 12. Dezember 2024). Die aktuelle Scalable-FAQ (abgerufen im Juli 2026) beschreibt den Button „CSV exportieren“ im Kundenbereich ohne Stufen-Hinweis; Drittanbieter-Anleitungen vom Frühjahr 2026 — etwa der Parqet-Import-Guide vom 26. April 2026 — führen ihn weiterhin als PRIME-Funktion. Wer den Button im eigenen Kundenbereich nicht sieht, hat damit die wahrscheinlichste Erklärung: die Depot-Stufe. Im FREE-Broker bleiben die PDF-Abrechnungen der dokumentierte Weg (dazu unten mehr).

Was es nicht gibt: einen nativen Bestands-Export — eine CSV der aktuellen Positionen mit Stückzahl und Einstand. Die Transaktionshistorie enthält diese Information implizit (wer alle Zugänge und Abgänge aufsummiert, kennt den Bestand), aber als eigene Datei bietet der Kundenbereich sie nicht an. Dass dafür Community-Skripte existieren, ist der zuverlässigste Beleg für die Lücke.

Dass Broker solche Exporte überhaupt anbieten, ist kein Entgegenkommen, sondern die Alltagsform eines Rechts: Nach Artikel 20 DSGVO haben Kundinnen und Kunden in der EU Anspruch darauf, die Daten, die sie einem Dienst bereitgestellt haben, in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten. Eine Transaktions-CSV ist genau das — und der Grund, warum sich der Blick auf die Details lohnt: Wer die Datei versteht, besitzt seine eigene Depot-Historie, nicht nur Zugang zu ihr.

Der Umzug von der Baader Bank — warum er für Exporte zählt

Jahrelang führte die Baader Bank die Scalable-Depots. Das endete im vierten Quartal 2025: Am 5. und 6. Dezember 2025 übertrug Scalable die Bestände technisch auf die eigene Bankplattform, die bisherigen Baader-Depots samt Verrechnungskonten wurden geschlossen (Broker-Test.at, 20. Dezember 2025). Seit dem 18. Dezember 2025 liegt in der Mailbox ein von KPMG erstellter Report über alle übertragenen Wertpapiere und ihre steuerlichen Anschaffungskosten, ermittelt nach der Methode des gewogenen Durchschnitts.

Für Datenexporte heißt das: Der Kundenbereich, den dieser Beitrag beschreibt, ist die neue Scalable-Plattform. Wer eine lückenlose, dokumentenfeste Historie über den Dezember 2025 hinweg braucht, arbeitet mit zwei Quellen — der Transaktions-CSV und den Abrechnungen der neuen Plattform für die Zeit danach, und den Baader-Ära-Dokumenten (Abrechnungen, Kontoauszüge, KPMG-Report) für die Zeit davor. Nach dem ersten Import lohnt genau ein Abgleich: Stimmen Stückzahlen und Einstände im Tracker mit dem KPMG-Report überein?

Schritt für Schritt: der CSV-Export im Web

Der Weg führt über den Browser. Die App zeigt dieselbe Transaktionsliste samt Filtern; der Export-Button ist in der FAQ für den Web-Kundenbereich dokumentiert:

  1. Im Browser anmelden unter scalable.capital und den Broker auswählen.
  2. Den Reiter „Transaktionen“ öffnen. Hier liegt die vollständige Buchungsliste: Orders, Sparplanausführungen, Ausschüttungen, Ein- und Auszahlungen, Gebühren, Steuern, Zinsen, Wertpapierüberträge und Kapitalmaßnahmen.
  3. Filtern, falls gewünscht. Die FAQ dokumentiert drei Filter — Datum („Letzte 7 Tage“, „Letzte 30 Tage“, „Letzte 365 Tage“ oder ein eigener Zeitraum), Transaktionstyp und Status — dazu die Eingrenzung auf eine einzelne ISIN und eine Freitext-Suche.
  4. „CSV exportieren“ klicken. Exportiert wird, was der Filter zeigt — eine Auswahl oder die gesamte Historie.

Die Datei landet als gewöhnlicher Download im Browser. Ein Benennungsschema zahlt sich aus — Depot und Zeitraum im Dateinamen, dazu ein Ordner nur für unveränderte Original-Exporte: So bleibt später nachvollziehbar, welcher Import aus welcher Datei stammt, und jeder Import lässt sich von vorn wiederholen.

Der CSV-Export in vier SchrittenVier verbundene Schritte: im Browser anmelden, im Kundenbereich den Reiter Transaktionen öffnen, nach Zeitraum, Typ, Status oder ISIN filtern, dann über den Button CSV exportieren die Datei herunterladen.Der CSV-Export in vier Schritten1Anmeldenscalable.capital im Browser2Broker → TransaktionenReiter im Kundenbereich3FilternZeitraum · Typ · Status · ISIN4„CSV exportieren“Auswahl oder allesDer Export deckt Wertpapier-, Geld- und Krypto-Buchungen des Brokers ab — gefiltert oder komplett.
Menüpfad des Transaktionsexports im Web-Kundenbereich, wie in der Scalable-FAQ dokumentiert. Pfad zuletzt geprüft im Juli 2026.

Die Struktur der Exportdatei

Die Datei ist Semikolon-getrennt und trägt englische Spaltennamen. Der im Import-Thread des Portfolio-Performance-Forums dokumentierte Spaltenkopf lautet: date;time;status;reference;description;assetType;type;isin;shares;price;amount;fee;tax;currency. Jede Zeile ist eine Buchung; was die einzelnen Felder bedeuten, steht in der Tabelle.

Die Spalten der Exportdatei

SpalteBedeutung
date · timeDatum und Uhrzeit der Buchung — eine Zeile pro Vorgang.
statusAusführungsstatus der Zeile: Executed, Pending, Cancelled, Expired oder Rejected. Für Auswertungen zählen die Executed-Zeilen.
referenceEindeutige Referenz der Buchung — nützlich, um Duplikate beim Import zu erkennen.
descriptionKlartext-Beschreibung des Vorgangs, meist der Name des Wertpapiers.
assetTypeAnlageklasse der Buchung — Wertpapier, Krypto oder reine Geldbewegung.
typeVorgangsart der Zeile: Order (Zugang oder Abgang), Sparplanausführung, Ausschüttung, Ein- oder Auszahlung, Gebühr, Steuer, Zinsen, Wertpapierübertrag, Kapitalmaßnahme.
isinISIN des Instruments; leer bei reinen Geldbewegungen.
shares · priceStückzahl und Ausführungskurs je Anteil bei Wertpapier-Zeilen.
amountGebuchter Betrag der Zeile — brutto gedacht: Gebühren und Steuern stehen daneben in eigenen Spalten (siehe Grenzfälle).
fee · taxGebühren und abgeführte Steuern der Buchung als separate Beträge.
currencyWährung des Betrags. Eine eigene Wechselkurs-Spalte gibt es nicht.
Spaltenkopf der Transaktions-CSV (Semikolon-getrennt, englische Feldnamen), wie im Import-Thread des Portfolio-Performance-Forums dokumentiert; Stand Juli 2026. Exakte Labels können sich mit Plattform-Versionen ändern.

Wer vor dem Import hineinschauen will: Texteditor oder Import-Assistent der Tabellenkalkulation, nicht Doppelklick. Programme, die Komma als Trennzeichen oder deutsche Zahlenformate annehmen, können Semikolons, Datumsangaben und Dezimalpunkte beim direkten Öffnen verfälschen. Der Assistent lässt Kodierung und Trennzeichen explizit wählen — und das Original bleibt unangetastet.

Grenzfälle: Sparpläne, Steuern, Gebühren

  • Der amount ist brutto gedacht. Die auffälligste Eigenheit, dokumentiert im Portfolio-Performance-Forum: Der Betrag einer Zeile versteht sich vor Abzug der daneben ausgewiesenen Steuern. Ein Tool, das amount als Netto liest und tax zusätzlich abzieht, rechnet doppelt. Nach dem Import eine Ausschüttung gegen die PDF-Abrechnung prüfen — dann ist klar, wie das eigene Tool die Spalten interpretiert.
  • Sparplanausführungen kommen Zeile für Zeile. Jede Ausführung ist eine eigene Buchung mit eigenem Kurs. Drei Jahre ETF-Sparplan bedeuten Dutzende Zeilen für eine Position — korrekt, aber viel.
  • Gebühren erscheinen doppelt gestaltig. Es gibt Gebühren als eigene Transaktionszeilen (Typ-Filter „Gebühr“) und die fee-Spalte an Order-Zeilen. Wer Kostensummen bildet, zählt beide Quellen — aber jede Buchung nur einmal.
  • Steuer-Zeilen sind Buchungen, keine Steuererklärung. Die tax-Beträge dokumentieren, was der Broker je Vorgang abgeführt hat. Die maßgebliche Jahres-Sicht liefert die Steuerbescheinigung (nächster Abschnitt).
  • Stornierte Zeilen mitfiltern. Der Status-Filter kennt Executed, Pending, Cancelled, Expired und Rejected. In Auswertungen gehören nur Executed-Zeilen; wer ungefiltert exportiert, sollte die Status-Spalte im Tool respektieren.
  • Keine Wechselkurs-Spalte. Die Datei nennt Betrag und Währung, aber keinen Umrechnungskurs. Tools, die Fremdwährungsbeträge umrechnen, holen den Kurs aus eigener Quelle.

Alternative: die PDF-Abrechnungen

Unabhängig von der Depot-Stufe erzeugt Scalable zu jeder Wertpapier-Transaktion eine Wertpapierabrechnung als PDF — laut FAQ in der Regel binnen 48 Stunden nach Ausführung — und verschickt monatliche Kontoauszüge. Diese Dokumente sind die rechtlich maßgebliche Aufzeichnung; die CSV ist die maschinenlesbare Komfortschicht darüber. Etliche Tracker importieren die Scalable-PDFs direkt und machen den PDF-Weg damit zum praktikablen Pfad für FREE-Depots: Dokumente sammeln, gebündelt hochladen, fertig. Der Preis ist Handarbeit — ein PDF pro Transaktion statt einer Datei für alles.

Steuerbescheinigung & Co: welche Dokumente was sind

Neben CSV und Abrechnungen stellt Scalable steuerliche Jahresdokumente bereit, und wegen des Baader-Umzugs ist der Jahrgang 2025 ein Sonderfall. Die Scalable-FAQ zur Steuerbescheinigung (abgerufen im Juli 2026) beschreibt es so: Für das neue Scalable-Depot kommt die Steuerbescheinigung elektronisch in die Mailbox, für 2025 bis Ende April 2026. Für das frühere Baader-Depot erstellt die Baader Bank eine eigene Bescheinigung über die bei ihr angefallenen steuerrelevanten Vorgänge, angekündigt bis Ende Mai 2026 — je nach Konstellation in der Scalable-Mailbox, im Baader-Kundenportal oder per Post. Wer 2025 auf beiden Plattformen Vorgänge hatte, bekommt also zwei Bescheinigungen, die zusammen das Jahr abbilden. Die Steuerbescheinigung dokumentiert die vom Broker abgeführten Beträge und Bemessungsgrundlagen; die Transaktions-CSV ist dafür kein Ersatz, sondern das Werkzeug für Tracking und Analyse.

Dieser Beitrag ist allgemeine Information, keine Steuerberatung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich an eine:n Steuerberater:in.

Drei Kontrollen nach dem ersten Import

Ein Import ist erst belastbar, wenn er gegen eine zweite Quelle geprüft wurde. Drei Kontrollen, die zusammen rund zehn Minuten brauchen:

  1. Vollständigkeit. Stimmen erste und letzte Buchung der Datei mit dem gewählten Zeitraum überein? Tauchen alle Positionen des Depots in der Datei auf? Ein zu eng gesetzter Filter fällt genau hier sofort auf — exportiert wird nur, was der Filter zeigt.
  2. Bestände gegen den KPMG-Report. Für alle Depots, die den Dezember-2025-Umzug mitgemacht haben: Stückzahlen und steuerliche Anschaffungskosten je Position mit dem Überführungsreport in der Mailbox abgleichen. Differenzen zeigen fast immer auf Baader-Ära-Buchungen, die der CSV fehlen.
  3. Eine Ausschüttung gegen die Abrechnung. Brutto, Steuer und Netto einer einzelnen Ausschüttung mit der PDF-Abrechnung vergleichen. Damit ist die Brutto-Interpretation des amount-Felds im eigenen Tool geklärt — die häufigste Fehlerquelle dieser Datei.

Import in Tracker und Analyse-Tools

Portfolio Performance liest die Datei über den CSV-Import; seit Mai 2026 wird im Forum eine eingebaute Scalable-Vorlage unter Importieren → Vorlagen beschrieben, die das Spalten-Mapping übernimmt. Wer manuell mappt, speichert das Mapping nach dem ersten Import als Vorlage — und prüft die Brutto-Interpretation des amount-Felds an einer einzelnen Ausschüttung. Parqet importiert wahlweise die CSV oder die PDF-Abrechnungen. Danach gilt das Grundrezept jedes Broker-Imports: einmal die maximale Historie exportieren, Bestände und eine Jahres-Ausschüttungssumme gegen Zweitquellen abgleichen — beim Jahrgang 2025 gegen KPMG-Report und die beiden Steuerbescheinigungen — und künftig nur noch den Zeitraum seit dem letzten Export nachladen.

Acutics CSV-Portfolio-Import arbeitet mit einer einfachen Bestands-Vorlage — Symbol, Stückzahl, Einstandskurs. Die Transaktions-CSV enthält jede Zahl, die zum Ausfüllen nötig ist; die ISIN-Spalte macht die Zuordnung eindeutig. Was die Analyse mit einem importierten Depot anfängt — Gewichte, Klumpen, Qualitäts-Scores je Position — steht auf der Feature-Seite.

FAQ

Gibt es den CSV-Export im FREE-Broker? Eingeführt wurde er im Dezember 2024 ausdrücklich für PRIME und PRIME+. Die offizielle FAQ nennt Stand Juli 2026 keine Stufen-Beschränkung mehr, Drittanbieter-Guides vom Frühjahr 2026 führen ihn weiter als PRIME-Funktion. Verlässlich ist der Blick in den eigenen Kundenbereich: Entweder der Button ist da — oder der PDF-Weg ist der dokumentierte Ausweg.

Wie weit reicht die CSV zurück? Über den eigenen Zeitraum lässt sich die gesamte im Kundenbereich geführte Historie exportieren. Die dokumentenfeste Grenze ist der Plattform-Umzug vom Dezember 2025: Für die Baader-Ära sind Abrechnungen, Kontoauszüge und der KPMG-Report die maßgeblichen Quellen.

Warum sind die Spaltennamen englisch? Die Plattform führt ihre Datenfelder englisch, unabhängig von der Sprache des Kundenbereichs. Import-Tools stören sich daran nicht; beim Selbst-Auswerten hilft die Tabelle oben.

Geht der Export in der App? Die App zeigt die Transaktionsliste samt Filtern. Der Export-Button ist in der FAQ für den Web-Kundenbereich dokumentiert — der Browser ist Stand Juli 2026 der verlässliche Weg zur Datei.

Sind Krypto-Transaktionen enthalten? Die Transaktionsliste des Brokers führt Krypto-Buchungen mit; die assetType-Spalte macht sie in der Datei unterscheidbar.

Wie oft exportiert man nach? Die CSV ist ein Schnappschuss, kein Sync. Verbreitet ist ein monatlicher oder vierteljährlicher Export nur des Zeitraums seit dem letzten — plus ein archivierter Komplett-Export. Originaldateien unverändert aufheben; dann lässt sich jeder Import von vorn wiederholen.

Weiterführend: Trade Republic CSV Export: die Anleitung 2026 — dieselbe Aufgabe beim größten Konkurrenten — und der Interactive-Brokers-Export mit Flex Queries — das andere Ende des Export-Spektrums. Kostenloses Konto erstellen.

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