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comdirect: Depot und Umsätze als CSV exportieren

Zwei Exporte, zwei Dateiformate, eine 540-Tage-Grenze — und die eine Lücke, die comdirect nicht dokumentiert.

Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026 · Von The Acutic Research Team

Bei comdirect gibt es keinen einzelnen Knopf, der „mein Depot als Datei“ ausgibt. Es gibt einen sehr gut dokumentierten Weg für Umsätze, einen zweiten, deutlich stilleren für Depotumsätze, einen dritten für Dokumente — und beim Bestand eine Lücke, die comdirect selbst nirgends beschreibt. Die SERP zu diesem Thema besteht fast vollständig aus Forumsbeiträgen, weil die Bank zu ihren Dateiformaten schlicht nichts veröffentlicht. Dieser Beitrag sortiert, was sich belegen lässt, und sagt ausdrücklich dazu, was sich nicht belegen lässt. Stand: 22. Juli 2026.

Zwei Exporte, zwei Zwecke

Wer den falschen zieht, sucht anschließend Daten, die nie darin waren.

BestandUmsätze
ZweckWas du gerade besitzt — eine Momentaufnahme für den Tracker.Was passiert ist — Historie für Kostenbasis, Erträge und Rendite.
InhaltPositionen mit Stück, Kurs und Wert zum Abrufzeitpunkt.Eine Zeile je Buchung: Datum, Art, WKN/ISIN, Menge, Kurs, Kurswert.
FormatTabellen-Download aus der Depotübersicht (nicht offiziell dokumentiert).CSV, Semikolon-getrennt — zwei verschiedene Kodierungen, je nach Weg.
GrenzeKein Zeitraum — der Bestand ist immer „jetzt“.Online-Suche reicht 540 Tage zurück; davor: Finanzreporte in der Postbox.
Zeitraum-Grenzen und Exportweg der Umsätze nach comdirect-FAQ „Umsätze“ (abgerufen 22. Juli 2026). Der Bestands-Download ist von comdirect nicht dokumentiert — siehe Abschnitt „Der Bestand ist der Sonderfall“.

Weg 1: Umsätze als CSV

Das ist der offizielle, von comdirect selbst beschriebene Weg. In der FAQ „Umsätze“ (abgerufen am 22. Juli 2026) steht der Pfad wörtlich: die Umsätze liegen „in der App oder im Persönlichen Bereich kostenlos unter Konto & Karte > Umsätze“. Der Export selbst versteckt sich am unteren Ende der Seite — die FAQ formuliert es als „Ihre gewählte Selektion können Sie am Ende der Seite […] mit Klick auf ‚Export als csv‘ exportieren“. Wer oben nach einem Download-Symbol sucht, sucht an der falschen Stelle.

Der Umsatz-Export in vier SchrittenVier verbundene Schritte: im Persönlichen Bereich anmelden, unter Konto und Karte die Umsätze öffnen, einen Zeitraum zwischen einem und 180 Tagen oder ein freies Datum wählen, dann am Fuß der Seite über den Link Export als csv die Datei herunterladen.Der Umsatz-Export in vier Schritten1AnmeldenPersönlicher Bereich, Browser2Konto & Karte→ Umsätze3Zeitraum wählen1–180 Tage oder frei4„Export als csv“am Fuß der SeiteDieselbe Ansicht zeigt wahlweise Konten und Depot getrennt oder zusammen — die Auswahl bestimmt, was in der Datei landet.
Menüpfad und Beschriftung des Export-Buttons nach der comdirect-FAQ „Umsätze“, abgerufen am 22. Juli 2026. Die Schreibweise „Export als csv“ ist comdirects eigene.

Zwei Details dieses Wegs sind wichtiger, als sie klingen. Erstens die Zeitraum-Auswahl: comdirect bietet Voreinstellungen von 1, 3, 10, 30, 60, 90 und 180 Tagen sowie freie Datumsfelder. Die freien Felder haben eine Eigenlogik, die regelmäßig für halb leere Dateien sorgt — gibst du nur ein Startdatum an, läuft der Zeitraum bis heute; gibst du nur ein Enddatum an, beginnt der Zeitraum 90 Tage davor. Wer ein volles Jahr will, muss beide Felder füllen.

Zweitens die 540-Tage-Grenze. Die FAQ ist hier unmissverständlich: „Generell können Sie über die Suchfunktion die Umsätze der letzten 540 Tage einsehen. Länger zurückliegende Umsätze finden Sie in den Finanzreporten in Ihrer Postbox.“ Das sind rund achtzehn Monate — großzügiger als die oft kolportierten 90 Tage, aber eben doch eine harte Wand. Wer seit Jahren bei comdirect ist und die Historie vollständig braucht, bekommt sie nicht aus dem CSV-Export, sondern nur aus den PDF-Finanzreporten. Praktische Konsequenz: Einmal im Jahr exportieren ist keine Fleißaufgabe, sondern die einzige Methode, die Historie überhaupt maschinenlesbar zu behalten.

Dieselbe Ansicht steuert außerdem, ob Konten und Depot getrennt oder gemeinsam angezeigt werden — und diese Auswahl bestimmt, was in der Datei landet. Das ist der Grund, warum zwei Menschen mit demselben Klickpfad Dateien mit völlig verschiedenem Aufbau erzeugen können.

Weg 2: Depotumsätze — die Datei, die Tracker eigentlich wollen

Für Wertpapier-Buchungen gibt es ein eigenes, moderneres Format. comdirect dokumentiert es nicht, aber es ist gut belegt: Portfolio Performance liefert seit April 2019 eine eingebaute Import-Vorlage namens „comdirect Depotumsätze (Persönlicher Bereich)“ aus, deren Konfiguration die Spalten exakt benennt: Datum · Art · Bezeichnung · WKN · ISIN · Menge · Mengeneinheit · Kurs · Kurswährung · Devisenkurs · Kurswert · Kurswertwährung. Die Spalte Art kennt sechs Werte: Kauf, Verkauf, Umbuchung (Eingang), Umbuchung (Ausgang), Einlieferung und Auslieferung. Dass diese Vorlage seit sieben Jahren unverändert gepflegt wird, ist das stärkste verfügbare Indiz für Formatstabilität.

Diese Datei ist für einen Portfolio-Tracker die wertvollere: Sie hat eine ISIN-Spalte, saubere Mengen und Kurse, und sie unterscheidet Zugänge von Übertragungen. Die Konto-Umsatzdatei dagegen kennt keine ISIN und drückt Wertpapiervorgänge nur als Geldbewegung mit Freitext aus.

Der Bestand ist der Sonderfall

Und hier die ehrliche Antwort: comdirect dokumentiert keinen Bestands-Export. Es existiert keine offizielle Seite, die einen Button „Depotbestand exportieren“ beschreibt. Was es gibt, sind Hinweise Dritter — ein Blogbeitrag von 2022 beschreibt in der Depotübersicht einen Weg über Tabelle > Depot > im Excel-Format speichern. Das ist vier Jahre alt, unbestätigt und die schwächste Angabe in diesem ganzen Text; prüfe sie im eigenen Konto, bevor du dich darauf verlässt.

Offiziell dokumentiert ist dagegen eine verwandte Funktion: Die FAQ „Wertpapierabrechnung“ nennt unter dem Menüpunkt Depot die Funktion Abrechnungsdaten — „eine Transaktionsdatenaufstellung, die eine effiziente Alternative zur Prüfung jeder einzelnen Wertpapierabrechnung in der Postbox darstellt“. Ob sich diese Aufstellung als CSV herunterladen lässt, sagt comdirect nicht. Auch das bleibt hier offen.

Der pragmatische Umweg: Der Bestand steckt implizit in der Umsatzhistorie. Wer alle Zugänge und Abgänge je ISIN aufsummiert, kennt die aktuelle Stückzahl — und die meisten Tracker tun genau das automatisch beim Import.

Die Dateien selbst: zwei Konventionen, ein Ärgernis

Jetzt der Teil, an dem Importe scheitern. Die beiden Exporte folgen gegensätzlichen technischen Konventionen — und die Konto-Datei ist die unangenehmere von beiden.

Zwei Dateien, zwei Konventionen

Konto-UmsätzeDepotumsätze
KodierungISO-8859-1 (Latin-1), ohne BOMUTF-8 mit BOM
TrennzeichenSemikolon, alle Felder in AnführungszeichenSemikolon
Kopfzeileerst nach vier Vorspann-ZeilenZeile 1
DatumTT.MM.JJJJTT.MM.JJJJ
Zahlen1.234,56 — Punkt als Tausender, Komma als Dezimal1.234,56
Fußzeilen„Alter Kontostand“ am Dateiendekeine
comdirect veröffentlicht keine Formatspezifikation. Die Angaben stammen aus der Import-Vorlage von Portfolio Performance und aus vier unabhängigen Open-Source-Importern (2022 bis Juli 2026), die in diesen Punkten übereinstimmen.

Die Konto-Umsatzdatei ist ISO-8859-1 kodiert, nicht UTF-8. Öffnest du sie in einem Editor, der UTF-8 annimmt, wird aus „Umsätze“ ein „Ums?tze“. Vier unabhängige Open-Source-Importer — von beancount-comdirect (2022) bis zu einem Projekt vom 8. Juli 2026 — setzen dieselbe Kodierung fest im Code. Die Depotumsatzdatei dagegen ist UTF-8 mit BOM: Ihre erste Spaltenüberschrift heißt technisch nicht „Datum“, sondern trägt drei unsichtbare Byte davor. Beides ist lösbar, aber nur, wenn man es weiß.

Fünf weitere Eigenheiten der Konto-Datei, jede in fremden Importern nachvollziehbar:

  • Vier Vorspann-Zeilen. Vor der eigentlichen Kopfzeile stehen ein einzelnes Semikolon, eine Zeile „Umsätze <Konto>“ mit dem Zeitraum, eine Zeile „Neuer Kontostand“ und eine Leerzeile. Tabellenprogramme interpretieren die erste davon als Kopfzeile.
  • Mehrere Konten in einer Datei. Giro, Visa, Tagesgeld, Verrechnungskonto und Depot werden hintereinandergehängt — jeweils mit eigenem Vorspann, eigener Kopfzeile und eigener Fußzeile. Ein Importer, der die Kopfzeile einmal liest und dann bis Dateiende durchparst, produziert Datenmüll.
  • Zeilen mit „offen“. Noch nicht gebuchte Vorgänge tragen im Buchungstag das Wort „offen“ statt eines Datums. Jeder der geprüften Importer überspringt sie.
  • Die Betragsspalte ist nicht immer EUR. Auf Währungsanlagekonten heißt sie „Umsatz in USD“. Wer den Spaltennamen fest verdrahtet, verrechnet sich.
  • Buchungstext ist ein Textklumpen. Auftraggeber, Empfänger, IBAN, Verwendungszweck und Referenz stehen unstrukturiert in einem Feld. Das ist die älteste bekannte Beschwerde dazu — ein Community-Thread von Oktober 2016 formuliert es bereits genau so, und zehn Jahre später gilt es weiterhin. Jede Trennung erfordert Textmuster-Erkennung.

Und die goldene Regel für beide Dateien: nicht in Excel öffnen und neu speichern. Excel schreibt beim Speichern Kodierung, Datumsformat und Dezimaltrennzeichen um. Arbeite auf einer Kopie, archiviere das Original unverändert.

Weg 3: Finanzreport und Postbox — der PDF-Pfad

Was andere Banken Kontoauszug nennen, heißt bei comdirect Finanzreport. Die FAQ dazu hält fest: Finanzreporte kommen kostenlos online in die Postbox, und „den Finanzreport des Vormonats erstellen wir ab dem zweiten Bankarbeitstag des laufenden Monats“. Papierversand kostet extra; die Kontoauszugsdrucker der Commerzbank stehen comdirect-Kunden ausdrücklich nicht zur Verfügung. Eine CSV-Variante des Finanzreports gibt es nicht — die Postbox-FAQ stellt Dokumente ausschließlich „im Portable Document Format (PDF)“ bereit.

Die praktisch wichtigste Neuerung betrifft den Massen-Download. Historisch musste man dafür Fremdwerkzeuge bemühen; inzwischen gibt es die Funktion nativ. Der comdirect-Import-Leitfaden von Parqet beschreibt sie so: Unten auf der Seite der Postbox lässt sich ein Sammeldownload aktivieren, mehrere PDFs auswählen und als ZIP-Ordner herunterladen. Für alles vor der 540-Tage-Grenze ist das der einzige Weg, an die Historie zu kommen. Ein Hinweis zur Planung: Der Abruf sensibler Dokumente ist seit dem 14. September 2019 periodisch TAN-pflichtig — halte die TAN-App bereit, bevor du 60 Dokumente markierst.

Steuerdokumente: was wann kommt

Zwei Dokumente werden regelmäßig verwechselt. Die Jahressteuerbescheinigung kommt automatisch: comdirect stellt „eine Kopie der Jahressteuerbescheinigung für das vergangene Jahr voraussichtlich bis zum 31.03. des Folgejahres“ in die Postbox, und diese Kopie ist „seit 2016 zur Vorlage beim Finanzamt ausreichend“. Die Erträgnisaufstellung dagegen enthält die Einzelerträgnisse, muss aktiv unter Verwaltung > Steuerübersicht > Steuerbescheinigung beantragen bestellt werden und ist entgeltpflichtig — laut FAQ lässt sich die Bestellung zudem nicht stornieren. Beides sind PDFs, keine CSVs.

Dieser Beitrag ist allgemeine Information, keine Steuerberatung. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich an eine:n Steuerberater:in.

Für Tracker-Nutzer noch ein Detail mit Stand Januar 2026: Parqet akzeptiert die Ertragsgutschrift beziehungsweise Dividendengutschrift nicht mehr als Importdokument, weil ihr die Steuerinformationen fehlen — dort ist stattdessen die Steuermitteilung das richtige Dokument.

Was du mit der Datei machst

Eine CSV ist zunächst nur eine Liste. Ihr Wert entsteht, wenn ein Portfolio-Werkzeug sie liest: Dann werden daraus Kostenbasis je Position, Ausschüttungshistorie, Gebührensumme und eine belastbare Renditerechnung. Das übliche Vorgehen ist bei jeder Bank dasselbe — einmal den maximalen Zeitraum ziehen, importieren, drei Zahlen gegen eine zweite Quelle prüfen (Stückzahl je Position, Ausschüttungssumme eines abgeschlossenen Jahres, Gebührensumme), und anschließend nur noch den Zeitraum seit dem letzten Export nachladen.

Der CSV-Portfolio-Import von Acutic arbeitet mit einer schlanken Bestandsvorlage — Symbol, Stückzahl, durchschnittlicher Einstand. Die Depotumsatzdatei enthält jede dafür nötige Zahl, und die ISIN-Spalte macht die Zuordnung eindeutig. Was die Analyseschicht anschließend mit einem importierten Depot anstellt — Gewichte, Konzentration, Qualitätskennzahlen je Position — steht auf der Funktionsseite.

Randfälle und häufige Fragen

Gibt es MT940 oder CAMT? Keine comdirect-Seite erwähnt eines der beiden Formate. Die FinTS-Schnittstelle (Server fints.comdirect.de) fragt Konto- und Depotumsätze ab und wird von Programmen wie StarMoney oder WISO Mein Geld genutzt — welche Formate sie liefert, dokumentiert comdirect nicht. Wir behaupten hier in keine Richtung etwas.

Hat sich die Oberfläche 2026 geändert? Wir haben aktiv danach gesucht und nichts gefunden: comdirect ist weiterhin eine eigenständige Marke der Commerzbank, die FAQ spricht unverändert vom „Persönlichen Bereich“, und der Export sitzt weiterhin am Seitenfuß. Zwei Dinge sind trotzdem im Fluss — UniCredit hat im März 2026 ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt (der Ausgang war bei Redaktionsschluss offen), und die alte photoTAN-Umgebung wird im Juli 2026 technisch abgeschaltet. Letzteres betrifft den Export indirekt: Ohne funktionierende TAN-App kommst du nicht an die Postbox-Dokumente.

Depotübertrag — was passiert mit der Historie? Ein eingehender Übertrag erscheint in den Depotumsätzen als Einlieferung beziehungsweise Umbuchung (Eingang), ein abgehender als Auslieferung. Die Anschaffungsdaten der übertragenen Papiere stammen dann von der abgebenden Bank und stehen nicht zwingend in der Datei — für die Kostenbasis bleiben in diesem Fall die Abrechnungsbelege der Ursprungsbank die maßgebliche Quelle.

Warum ist das alles so schlecht dokumentiert? Weil comdirect keine Formatspezifikation veröffentlicht. Jede technische Angabe in diesem Beitrag stammt aus rückentwickelten Importern und aus echten Exportdateien in öffentlichen Repositories. Dass mehrere unabhängige Implementierungen über vier Jahre hinweg zu denselben Ergebnissen kommen, ist ein starkes Indiz — herstellerbestätigt ist es nicht, und das sollte man beim Lesen mitdenken.

Weiterführend: Trade Republic CSV Export: die Anleitung 2026 und Scalable Capital: Depot als CSV exportieren — dieselbe Aufgabe bei den Neobrokern — sowie Portfolio-Tracker ohne Bankverbindung — warum der Umweg über die Datei überhaupt existiert. Kostenloses Konto erstellen.

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